Kaum ein Begriff fällt beim Globenkauf so oft wie „handkaschiert" – und kaum einer wird so selten erklärt. Dabei entscheidet genau dieses Merkmal über den Unterschied zwischen Manufakturstück und Massenware.
Was heißt „handkaschiert"?
Das Kartenbild eines Globus wird als zwölf spitz zulaufende Segmente („Zwickel") gedruckt. Beim Handkaschieren zieht eine Fachkraft diese Segmente einzeln, von Hand und auf Stoß auf die Kugel – so präzise, dass Küstenlinien, Flüsse und Beschriftungen an den Übergängen exakt weiterlaufen. Diese Arbeit erfordert jahrelange Übung; deutsche Manufakturen wie Columbus (seit 1909) und Räthgloben (seit 1917) gehören zu den letzten, die sie beherrschen.
Woran erkennt man den Unterschied?
- Segmentübergänge: Beim Manufakturglobus laufen Linien nahtlos durch; bei Massenware versetzen sich Küsten und Schriftzüge sichtbar.
- Äquator und Pole: kritische Zonen – hier zeigt sich saubere Kaschierung zuerst.
- Oberfläche: seidenmatte, gleichmäßige Versiegelung statt billigem Glanzfilm mit Bläschen.
- Gesamtbild: ruhiger Lauf, gewichteter Fuß, sauber geführter Meridian (mehr in den Ratgebern Tischglobus und Standglobus).
Wann lohnt sich der Aufpreis?
Wer den Globus als Einrichtungsgegenstand fürs Jahrzehnt kauft, ihn täglich sieht und dreht, wird den Unterschied jeden Tag wahrnehmen. Für das Kinderzimmer oder als Einstieg tut es auch ein solider Serienglobus – gern mit Beleuchtung (Kaufberatung). Für Sammler und Ästheten führt am handkaschierten Stück kein Weg vorbei – besonders schön in den Kollektionen Antike Globen und Standgloben.
Häufige Fragen
Sind alle Columbus- und Räthgloben handkaschiert?
Nein – beide Häuser führen auch maschinell gefertigte Serien. Die handkaschierten Linien sind entsprechend gekennzeichnet und preislich darüber angesiedelt.
Warum sind handkaschierte Globen teurer?
Weil in jeder Kugel Stunden konzentrierter Handarbeit stecken – und weil Ausschuss bei dieser Technik unvermeidlich ist. Sie bezahlen ein Einzelstück, keine Losgröße.