Gerhard Mercator: der Mann, der die Welt flach machte

Jede Online-Karte, jede Seekarte, jedes Navi nutzt bis heute seine Idee: Gerhard Mercator (1512–1594), Kartograf aus Flandern, machte 1569 die runde Welt auf geniale Weise flach. Weniger bekannt: Seine Karriere begann mit dem Bau von Globen.

Erst die Kugel, dann die Karte

Mercators Erd- und Himmelsglobenpaar von 1541/1551 gehörte zum Feinsten, was das 16. Jahrhundert zu bieten hatte: präzise gestochene Segmente, sauber kaschiert – im Prinzip dieselbe Technik, mit der Manufakturen bis heute handkaschierte Globen fertigen. Über 400 Exemplare verkaufte er in ganz Europa; Globen waren das Statussymbol der Renaissance-Gelehrten.

Die berühmteste Projektion der Welt

Sein Durchbruch kam mit einer Frage der Seefahrt: Wie zeichnet man eine Karte, auf der ein konstanter Kompasskurs eine gerade Linie ist? Mercators Antwort – die winkeltreue Projektion – machte die Navigation revolutionär einfach. Der Preis: Je näher an den Polen, desto stärker verzerren sich die Flächen. Grönland wirkt so groß wie Afrika – ist aber 14-mal kleiner.

Warum der Globus ehrlicher bleibt

Genau deshalb hat der Globus nie ausgedient: Er ist die einzige verzerrungsfreie Darstellung der Erde. Größen, Entfernungen, Lagebeziehungen – nur auf der Kugel stimmen sie alle gleichzeitig. Mercator selbst wusste das am besten: Er hörte nie auf, neben seinen Karten auch Globen zu schätzen. Wer beides vergleichen will: Unser Entscheidungs-Ratgeber hilft bei der Wahl des richtigen Modells – und die Geschichte der Globen erzählt, wie es nach Mercator weiterging.